Die moderne Arbeitswelt entwickelt sich stetig weiter und die Kompetenzen von Arbeitnehmer/-innen müssen sich neuen Herausforderungen anpassen. Insbesondere der technologische Fortschritt hat hier eine transformative Wirkung, die teilweise ganz neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Vor diesem Hintergrund bestand auch für einen der beliebtesten Berufe in der Industrie Modernisierungsbedarf, da die letzte umfassende Überarbeitung bei den Industriekaufleuten aus dem Jahr 2002 datierte. Fortan trägt dieser Beruf aktuellen Kompetenzanforderungen Rechnung. Diese Modernisierung, die durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung und gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis erfolgt ist, ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Sie geht Hand in Hand mit einer Modernisierung des schulischen Rahmenlehrplans.
Die insgesamt dreijährige Ausbildung umfasst eine breite, schnittstellenübergreifende und betriebswirtschaftlich fundierte Kernqualifikation entlang der industriellen Wertschöpfungskette. Im letzten Ausbildungsjahr können Auszubildende zudem - durch die Auswahl eines Einsatzgebiets (Dauer von sechs Monaten) - in bestimmten Bereichen ihre Kompetenzen vertiefen und sich entsprechend spezialisieren.
Gestreckte Abschlussprüfung eingeführt
Mit der Modernisierung der Ausbildungsordnung im Beruf Industriekaufleute wurden auch die Prüfungsregelungen umfassend überarbeitet. Neben einer anforderungsgerechten Aktualisierung von Prüfungsinhalten und Prüfungsinstrumenten, ist die gestreckte Abschlussprüfung eingeführt worden, wodurch die Zwischenprüfung entfällt.
Quelle: BIBB-Pressemitteilung 11/2024 vom 19. März 2024
Weitere Informationen
Ausbildung gestalten: Umsetzungshilfe Industriekaufmann/Industriekauffrau
bibb.de: Betriebswirtschaftliche Kompetenz für eine digitale, vernetzte und nachhaltige Industrie
DIHK: Basisinformationen zum aktualisierten Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau (PDF)
In kurzen Erklärfilmen erläutert das Bundesinstitut für Berufsbildung, wie duale Ausbildungsberufe entstehen und modernisiert werden, welche Inhalte in welcher Form in die jeweiligen Ausbildungsordnungen gelangen und welche Rolle die am Verfahren Beteiligten spielen.